Shirana Shahbazi Wraps Zurich’s Grossmünster in a Monumental Photographic Installation
Medienmitteilung
In der temporären Intervention der Künstlerin Shirana Shahbazi wird die Gerüstverkleidung des Grossmünsters mit einer grossflächigen Collage aus vielen verschiedenen Fotografien bespielt. Unterschiedliche Arten von Bilder werden collagiert, überlagern sich und erzeugen so komplexe Situationen und Bildräume, in denen immer wieder neue Bezüge entdeckt werden können. Die gewählte Farbigkeit orientiert sich an den Glasfenstern im Innenraum und taucht die Kirchenhülle für die Zeit der Intervention je nach Lichtsituation in unterschiedliche Farbstimmungen ein.
Eine Vielzahl von Figuren schwebt, fällt, fliegt und rennt uns entgegen. Sie bewegen sich, scheinbar von der Schwerkraft losgelöst, durch räumliche Fragmente, in denen sich die Perspektive nie ganz einlöst. Weitere Ebenen der dichten Collage verweben diese Elemente mit alltäglichen Szenen und Details, mit dem Leben, der Erinnerung daran und dem Tod. Aufnahmen aus der Stadt Zürich und Abbildungen aus historischen Dokumenten verorten zudem die Arbeit lokal und spannen einen zeitlichen Bogen.
Im Kontext der aktuellen geopolitischen Lage überschlagen sich gefühlt die Ereignisse täglich. Die Bedeutung des Einzelnen löst sich in der Wucht der sozialpolitischen Schieflage auf und muss sich im Privaten wie auch gesellschaftlich neu definieren. Wir fühlen uns oft sprachlos, machtlos und orientierungslos. Mit ihrer Intervention will sie Künstlerin diesem Zustand einen visuellen Ausdruck verleihen und den öffentlichen Raum und deren Wahrnehmung für gesellschaftsrelevante Themen einnehmen.
Das Grossmünster wird durch eine stark veränderte Erscheinung in ein neues Licht gestellt und somit nachhaltig, bis über die Sanierung hinaus, einen neuen Platz im Bewusstsein einer heterogenen Zürcher Stadtbevölkerung finden.
March 30, 2026


